REVIEW: Buch „Outdoor Kompass – Südschweden von Tonia Körner“

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Hallo Welt,

das erste Review ist da, und tada: Es ist ein Buch!
Wir mögen es, analoge Reiseführer mit kompakten Informationen über eine Stadt oder Region bei uns zu haben, wenn wir unterwegs sind. Hier möchten wir euch nun an unseren Erfahrungen mit den Büchern teilhaben lassen und unsere Meinung kundtun.

Das heutige Buch heißt „Outdoor Kompass – Südschweden“ von der Autorin Tonia Körner.

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Es hat den Untertitel „Die schönsten Kanu-, Rad- und Wandertouren und ist im Thomas Kettler Verlag erschienen. Auf Amazon kostet es neu derzeit 19,90. Um das Buch zu erwerben, einfach hier klicken: Outdoor Kompass Südschweden 2015. Die schönsten Kanu-, Rad- und Wandertouren (*)

Das Buch ist in verschiedene Teile gegliedert. Am Anfang folgt ein langer Teil mit Reiseinfos zu Südschweden, dann kleine Stadtkarten zu den größeren Städten in der Region. Nachfolgend werden 15 verschiedene Touren zu Land, Wasser und Rad (bzw. ist 15 eine Kombitour) beschrieben.

Wir haben beide zu diesem Buch ein zwiegespaltenes Verhältnis. Für unsere Reise war es eigentlich kaum hilfreich. Das liegt vor allem daran, dass die Tourbeschreibungen (daneben, dass die Touren eigentlich alle für wirklich viele Tage angelegt sind, da ist fast nichts für 1-2 Tage dabei) eigentlich kleine Erlebnisgeschichten der Autorin sind. Das mag zwar ganz nett sein, und wir haben beide nichts gegen Reiseanekdoten, aber wenn es dann an essentiellen Inhalten fehlt (wie beispielsweise Tagesetappenkilometer bei den Radtouren, so ist es einfach unmöglich, nur eine Teilstrecke zu planen), dann wird das Ganze schnell nervig. Wir haben das Buch eigentlich schnell wieder aus der Hand gelegt, nachdem wir die Einführungsseiten gelesen hatten.

Der Beginn ist sehr nett gemeint, jedoch werden so viele unterschiedliche Themen angesprochen, dass für viele eben nicht wirklich Platz bleibt für weitere Informationen und man so kaum einen Mehrwert hat. Gerade wenn man aber wohl Leute anvisiert, die noch nie Outdoor in Schweden unterwegs waren, ist das schwierig. Auch für etwas erfahrenere Wanderer/Camper bleibt dann schnell keine richtige Info mehr übrig. Bspw. beim Topic „Rucksack“ – Das Thema wird über eine Viertelte Seite behandelt, und den einzigen Tipp den man kriegt, ist, dass der Rucksack gut sitzen soll und Tourenrucksäcke zwischen 50 und 70 l Fassungsvermögen haben. Es wird zwar noch ein weiterer Buchtipp angegeben, und Websites für Outdoor-Tests, verdichtetere Informationen (oder eben das Weglassen von ein paar der 30! Unterthemen) im ersten Teil erscheinen mir sinnvoller.

Ich finde es eigentlich ganz schön, dass sehr häufig Websites etc. mit weiterführenden Infos angegeben werden. Jedoch ist mir desöfteren aufgefallen, dass die Links ins Leere laufen, und das obwohl ich die Version von 2015 gewählt habe – dass wirklich so viele Websites innerhalb eines knappen Jahres offline gehen, wäre wirklich ein seltsamer Zufall. Verlinkung muss eben unbedingt gepflegt werden so gut es geht in gedruckter Literatur.

Die Touren sind, wie bereits erwähnt, aufgrund des prosaischen Stils unfassbar anstrengend zu lesen. Für jeden Tag bekommt man detailliert erzählt, wie das Wetter ist und ob nicht Trolle der Autorin das Essen klauen. Es sollte sehr prominent auf dem Buch stehen, dass es sich eben um Erfahrungsberichte handelt und nicht unbedingt um einen Tourenplaner im klassischen Sinne. Man bekommt zwar immer noch Tipps für den Anfang und den groben Ablauf der Touren, aber dann folgen sofort die Erzählungen und nachdem es keinerlei Kilometerangaben etc. gibt, ist es irre schwer, Informationen zu extrahieren für Teilstrecken oder Abweichungen. Man müsste die Tour eigentlich wie von der Autorin vorgelebt, nachmachen. Und auch dann sind die fehlenden Kilometerangaben sehr störend.

Das Fazit:

Das Buch hat für unseren Einsatz die Zielsetzung verfehlt. Wenn man das Buch bereits in Deutschland hat, und eine der Touren dezidiert nachplanen will, ist es sicherlich eine nette Anregung. Dort aber Infos zu finden, wenn man sich bereits in Schweden befindet und nicht unbedingt mehrere hundert Kilometer/mehrere Tage unterwegs sein will, ist das sehr schwierig. Die Beschreibung des Buches sollte die Art der Touren und auch die Art der Beschreibung (Erlebnisberichte) besser wiedergeben.
Im Großen und Ganzen ist das Buch auch kein klassischer Reiseführer, den man mit auf das Abenteuer nimmt und ständig darin blättert und nach Tipps schaut. Nein, eigentlich reicht es, sich eine der Touren auszusuchen und sich die bestimmten Seiten zu kopieren, denn ich bezweifle, dass viele Menschen im Urlaub Zeit haben, mehrere Mehrtagestouren mit Fahrrad/Kanu hintereinander zu machen, sodass dieses dicke Buch einfach nur unnötiger Ballast ist.

Leider war es bisher das Buch, das mich am wenigsten überzeugt hat. Vielleicht sind andere Menschen ja eher Fan von diesem Konzept, Tobi und ich konnten dem Ganzen leider aber nichts abgewinnen. Wir werden das Buch dennoch behalten, denn vielleicht wollen wir uns doch noch von der ein oder anderen Tour inspirieren lassen. Man weiß ja nie.

Für den informativen Teil am Anfang sowie das Aufführen von zusätzlichen Infos/Buchtipps/Webseiten geben wir aber noch

1/5 Sternen.

Habt ihr das Buch für eure Reisen verwendet? Was haltet ihr davon? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Viele Grüße,

Coco

 

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